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CHORMÄLEON, ein Projektchor und fünf A-cappella-Stars: Ein Wochenende mit ANDERS im Theaterhaus Stuttgart

  • vor 22 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Ich bin eine Stimme von CHORMÄLEON – ein Mitglied von vielen in unserem Chor und oft dabei, wenn gesungen, gelacht und gemeinsam etwas Besonderes geschaffen wird. Dabei habe ich auch ein besonders gutes Ohr und Auge für die Geschichten hinter der Musik.


Heute nehme ich Euch mit zu einem Wochenende im Juli, das ich so schnell nicht vergessen werde. Gemeinsam mit 100 Sängerinnen und Sängern waren wir im Theaterhaus Stuttgart zu Gast – bei den Stuttgarter Chortagen 2026 des Wilhelm-Hauff-Chorverbandes. Wir, das ist CHORMÄLEON, der Chor der Dualen Hochschule Baden Württemberg sowie ein Projektensemble.


Auf uns warteten Workshops, neue musikalische Impulse und ein gemeinsames Konzert. Besonders gespannt war ich auf die Begegnung mit der A-cappella-Gruppe ANDERS aus Freiburg. Die fünf Sänger würden nicht nur unsere Workshop-Partner sein, sondern am nächsten Tag mit uns gemeinsam auf der Bühne stehen. Fünf A-cappella-Stars treffen? Da wurde selbst ich als ältere CHORMÄLEON schon ein kleines bisschen nervös. Schon beim Ankommen spürte ich: Hier treffen nicht nur Sängerinnen und Sänger aufeinander, sondern Menschen, die ihre Leidenschaft für Musik teilen. Es wurde begrüßt, gelacht und erzählt – und überall war diese besondere Vorfreude zu spüren. Der Workshop-Tag begann mit einer Vorstellungsrunde der besonderen Art: Statt vieler Worte stellte sich unser Chor so vor, wie wir es am besten können – mit einem Lied. Genauer gesagt mit September von Earth, Wind and Fire. Eine unserer coolen, schnellen Nummern. Doch auch ANDERS hatte eine Überraschung vorbereitet. Mit ihrem Song „Mit Deinem Renault“ zeigten die fünf Sänger, was A-cappella-Kunst bedeutet: Johannes Berning, Adrian, Moritz, Florian und Johannes Jäck sangen persönlich, nahbar und voller Gefühl. Ich gebe zu – da blieb selbst mir kurz der Mund offenstehen. Ein echter Gänsehautmoment!


Gemeinsam tauchten wir anschließend in die Welt des A-cappella-Gesangs ein. Wir arbeiteten an Liedern, Rhythmus und Groove, probierten neue Ideen aus und beschäftigten uns mit Bühnenpräsenz und Performance. Denn ein guter Auftritt besteht nicht nur aus den richtigen Tönen – sondern auch aus Ausdruck, Energie und Verbindung zum Publikum. Dabei kam auch die ein oder andere neue Übung vor, die uns vor allem auch zum Lachen brachte.



Die Zeit verging unglaublich schnell. So war es schon Abend geworden und der erste Tag beendet. Beim gemeinsamen Essen in Feuerbach ließen viele den Tag noch einmal Revue passieren und ich lauschte der ein oder anderen Geschichte.


Am Sonntag war es endlich so weit. Schon beim Weg ins Theaterhaus spürte ich diese besondere Mischung aus Vorfreude und Lampenfieber. Nach und nach kamen alle an, begrüßten sich, stimmten sich ein und bereiteten sich auf den großen Moment vor. Hinter der Bühne wurde umgezogen, gerichtet und sich schick gemacht. Ich kann Euch sagen: So viele aufgeregte Menschen auf einmal habe ich selten gesehen! Was war das für ein Gewusel und Stimmengewirr. Ein einziges Summen und Sirren. Unter der Leitung von Holger Heimsch, unserem Chorleiter und musikalischen Kopf hinter allem, kehrte schnell Konzentration ein. Mit seiner ruhigen, professionellen und motivierenden Art führte er uns durch die letzten Vorbereitungen. Ich durfte beobachten, wie viel Erfahrung, Präzision und Leidenschaft hinter diesem gemeinsamen Projekt stehen. Unser Holger ist einfach ein Profi!


Beim anschließenden Meet & Greet mit ANDERS wurde aus den Workshop-Partnern endgültig ein gemeinsames Bühnenteam. Beim Soundcheck erlebte ich dann einen Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde: der Chor CHORMÄLEON, das Workshop-Ensemble und ANDERS – viele unterschiedliche Stimmen, die plötzlich zu einem Klang wurden.



Kurz vor Konzertbeginn lag diese besondere Spannung in der Luft: letzte Blicke, tiefes Durchatmen und die Gewissheit – jetzt zählt jeder Moment. Dann ging um 18:00 Uhr das Licht an. Die ersten Töne erklangen – und all die Proben, Workshops und Vorbereitungen wurden lebendig. Mit "Blinding Lights" von The Weekend wurde das Konzert eröffnet. Einige Lieder feierten an diesem Abend Premiere. Darunter auch „How far I´ll go“ aus dem Disney Musical Vaiana. Daran hatte mein Chor wochenlang geprobt. Besonders das Zusammenspiel einzelner Stimmen, sowie die unglaublich hohen Töne im Sopran 1 waren wirklich knifflig. In der Probe hatte ich oft die Nervosität gefühlt und auch die Sorge einzelner, den Song nicht gut genug zu können. Auch ich fremdelte noch wirklich sehr mit diesem Song. Der Workshop am Vortag hat den Knoten aber mithilfe von ANDERS zerschlagen. Durch neue Übetechniken und auch teilweise eine andere Singweise entstand eine neue Klangdimension. Da hatte ich am Vortag schon Gänsehaut. Und die Performance auf der Bühne war ein Höhepunkt im Konzert.

Besonders aufregend war jedoch ein echter Meilenstein für unseren Chor: Zum ersten Mal präsentierte CHORMÄLEON eine komplette Choreografie. Ich hatte die Proben miterlebt und wusste, wie viel Arbeit, Mut und Ausdauer dahintersteckten. Denn hier ging es nicht nur ums Singen. Jede Bewegung musste sitzen, jeder Schritt zur Musik passen und alle mussten als Gemeinschaft auf der Bühne wirken. Kurz davor konnte ich die Spannung förmlich spüren. Dann erklangen die ersten Takte von „Never gonna not dance again“ von Pink. Und plötzlich war alles da: Musik, Bewegung, Freude und Energie! Aus Singen wurde Tanzen, aus vielen Einzelnen wurde eine Einheit. Und das Grinsen im Gesicht vieler Sänger und Sängerinnen wurde immer größer. Dieser Auftritt war mehr als nur ein Programmpunkt – er war ein Zeichen dafür, was möglich ist, wenn man sich gemeinsam etwas Neues zutraut.



Nach diesem Höhepunkt gehörte die zweite Hälfte des Abends ganz ANDERS. Mit viel Humor, wunderbarer Moderation und beeindruckenden Eigenkompositionen zeigten die fünf Sänger die ganze Vielfalt der A-cappella-Musik. Sie verbanden ihre Songs mit teilweise ganz persönlichen Geschichten. Bei „Frag mich was Leichteres“ über Entscheidungsunschlüssigkeit, mit „Niemals einsam an der Dreisam“ besingen sie ihre Lieblings- und Heimatstadt Freiburg. Sie luden das Publikum zum gemeinsamen Singen ein und gewannen sicherlich so neue Freiburg-Fans. Der Song „KI“ besingt die heute fast schon zur Normalität gewordene Beziehung zur künstlichen Intelligenz und mit dem Fernseh-Medley begeisterten sie dann sicherlich auch die letzten Zweifler im Publikum. Präzision, Kreativität und Spielfreude machten ihren Auftritt zu einem besonderen Erlebnis.



Zum großen Finale kamen dann alle Sängerinnen und Sänger von CHORMÄLEON sowie die Mitglieder des Projektchores noch einmal gemeinsam auf die Bühne. 100 Stimmen wurden zu einem großen Klangkörper. Gemeinsam erklangen „Du fehlst mir“ und „Mit deinem Renault“ – ein grandioses Klangfinale, das diesen besonderen Abend perfekt abrundete.



Ich habe meinen Platz auf der Bühne genossen und gestaunt: über die Musik, die Begegnungen und darüber, was entstehen kann, wenn Menschen gemeinsam ihre Stimmen erheben.


Ein Wochenende, das noch lange nachklingen wird.


Und hier könnt ihr uns auch hören und sehen: So war ... CHORMÄLEON mal ANDERS


Wenn Ihr selbst mal zuhören wollt: CHORMÄLEON tritt das nächste Mal am 25.08.2026 und 01.09.2026 auf dem Stuttgarter Weindorf auf. ANDERS kommen am 16.10.2026 in den Pavillon nach Sindelfingen und am 04.12.2026 zurück nach Stuttgart ins Renitenztheater. Ich freue mich schon sehr auf den Auftritt auf dem Weindorf und werde natürlich wieder berichten.


Text: Eine singende Sopran 2 und ein singender Bass 2

Bilder: Holger Frank Heimsch (1-5), Eugen Mayer (6-15)



Proben: Jeden Dienstag

18:30 - 20:45 Uhr
inkl. Pause

im Gemeinwesenzentrum

Begegnungs- und Servicezentrum

AWO "Altes Feuerwehrhaus",
Möhringer Str. 56, 70199 Stuttgart

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